Die letzten Wochen brachten ernüchternde Nachrichten aus der Wirtschaftswelt. Da schwappt eine Welle der Anti-DEI-Hysterie aus den USA über den Teich, befeuert von Trumps Kulturkämpfern, und plötzlich bekommen deutsche Unternehmen kalte Füße. Von Drohbriefen aus US-Botschaften ist die Rede, die unmissverständlich klar machen: Schluss mit Regenbogen-Tammtamm, sonst gibt's Ärger fürs US-Geschäft. Die Folge? Ein Einknicken auf breiter Front. T-Mobile US streicht DEI-Beiräte, Roche setzt Quoten aus, und selbst der CSD Berlin spürt den Gegenwind mit schmerzhaften Einnahmeverlusten von rund 200.000 Euro, weil US-Sponsoren und hier aktive deutsche Firmen ihre Unterstützung zurückfahren. Wie schnell eine progressive Fassade doch bröckelt, wenn der Profit wackelt ...
Doch – und das ist die gute Nachricht inmitten des Grummelns – es gibt sie noch, die Unternehmen, die Rückgrat beweisen und Vielfalt nicht als saisonales Marketing-Gimmick betrachten. Pünktlich zum 13. Deutschen Diversity-Tag hat die Stiftung PROUT AT WORK gemeinsam mit 13 namhaften Unternehmen die Kampagne #DiversityBleibt ins Leben gerufen. Eine klare Ansage an alle, die glauben, Diversity, Equity und Inclusion (DEI) seien nur Schönwetter-Themen.
Starke Allianz für gelebte Vielfalt
Foto: StMAS/Schäffler
Aushändigung von Bundesverdienstkreuzen am Bande
Albert Kehrer, Vorstand der Stiftung PROUT AT WORK und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.
Unter dem Motto „#DiversityBleibt“ machen sich Unternehmen wie Audi, Beiersdorf, Campana & Schott, Edelman, NORD/LB, NTT DATA, OTTO, R+V, Randstad, REWE Group, Roland Berger, Solaris und Vinci Energies stark für eine Arbeitswelt, in der Vielfalt nicht nur geduldet, sondern aktiv gefördert wird. Sie alle veröffentlichen Statements auf LinkedIn, Instagram und Facebook, um zu unterstreichen, warum sie weiterhin auf DEI-Maßnahmen setzen und Menschen jeglicher sexuellen Orientierung, geschlechtlichen Identität, Herkunft oder Weltanschauung willkommen heißen.
Albert Kehrer, Vorstand von PROUT AT WORK, bringt es auf den Punkt:
„Wir müssen aktuell noch stärker zusammenstehen und uns trotz Gegenwind aus den USA für Vielfalt und Chancengleichheit in der Arbeitswelt aussprechen.“
Er sieht die positive Rückmeldung als Bestätigung, dass die Arbeit für Queer Diversity Früchte trägt, betont aber auch die Notwendigkeit, über die eigene Blase hinaus sichtbar zu werden.
Neuer Podcast: „Diversity bleibt – jetzt erst recht!“
Weil Reden Gold ist, vor allem wenn's um Aufklärung geht, startet PROUT AT WORK passend zur Kampagne einen neuen Podcast: „Diversity bleibt – jetzt erst recht!“ Hier laden die Moderatoren Enea Cocco und Sy Legath Expert_innen ein, um verschiedene Perspektiven auf Vielfalt zu beleuchten und das Thema weiter in die Köpfe zu tragen. In der ersten Folge ist bereits Carlotta Köster-Brons von Randstad zu Gast, um über die Politisierung von Diversity zu sprechen.
Warum das Ganze? Weil Vielfalt sich auszahlt!
Mal abgesehen von der moralischen Selbstverständlichkeit, ist Vielfalt auch ein knallharter Wirtschaftsfaktor. Studien belegen: Je mehr Diversity Management Maßnahmen am Arbeitsplatz umgesetzt werden, desto offener gehen die Beschäftigten mit ihrer geschlechtlichen bzw. sexuellen Identität am Arbeitsplatz um. Dies wiederum führt zu höherer Arbeitszufriedenheit, stärkerer Unternehmensbindung und der Überzeugung, einen wertvollen Beitrag zu leisten:
Europäische Unternehmen mit gemischten Teams haben eine über 60 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, überdurchschnittlich profitabel zu sein. Unternehmen mit hoher Gender-Diversität weisen eine um 25% höhere Wahrscheinlichkeit auf, überdurchschnittlich profitabel zu sein; bei ethnischer Diversität im Vorstand steigt dieser Wert sogar auf 36%. Und wer angesichts des Fachkräftemangels Talente gewinnen und halten will, kann es sich schlicht nicht leisten, auf ein offenes und diskriminierungsfreies Umfeld zu pfeifen.
