Der FDP-Politiker und Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, Helmut Metzner, und sein Partner wurden in Berlin-Charlottenburg homofeindlich beleidigt, zu Boden gestoßen und verletzt. Der Staatsschutz ermittelt.
Ein Heimweg durch den Park endete mit Beleidigungen, Gewalt und einer Bedrohung: Der FDP-Politiker und geschäftsführende Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, Helmut Metzner, und sein Partner sind am Donnerstagabend in Berlin-Charlottenburg Opfer eines offenbar homofeindlichen Angriffs geworden.
Wie die Berliner Polizei mitteilte, wurden die beiden Männer im Schustehruspark zunächst homofeindlich beleidigt. Zudem soll der unbekannte Täter volksverhetzende Äußerungen gemacht haben. Anschließend soll er einen der beiden Männer zu Boden gestoßen haben.
Als „Schwuchteln“ beleidigt
Metzner schilderte den Vorfall später auf Facebook. Demnach waren er und sein Partner kurz nach 19 Uhr auf dem Heimweg, als ein ihnen unbekannter Mann sie als „Schwuchteln“ beschimpft habe. Als Metzner ankündigte, die Polizei zu rufen, sei die Situation eskaliert.
Der Angreifer habe ihn zu Boden gestoßen. Als sein Partner ein Foto von dem mutmaßlichen Täter machte, soll der Mann zurückgekehrt sein und auch ihn angegriffen haben. Er habe ihn zu Boden gestoßen, getreten und geschlagen. Zudem soll der Täter Metzners Partner mit den Worten bedroht haben: „Wenn ich Dich alleine treffe, bringe ich Dich um.“
Staatsschutz ermittelt
Metzner gelang es nach eigenen Angaben, den Angreifer zu fotografieren und den Notruf zu wählen. Der Täter floh anschließend in Richtung Schlossstraße; die Fotos wurden an die Polizei weitergeleitet.
Beide Männer wurden bei dem Angriff verletzt, nahmen zunächst jedoch keine ärztliche Hilfe in Anspruch. Die weiteren Ermittlungen hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts übernommen. Ermittelt wird wegen des Verdachts auf Volksverhetzung, Körperverletzung, Bedrohung und homofeindliche Beleidigung.
Metzner ist seit 2022 geschäftsführender Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Die Stiftung engagiert sich gegen die Diskriminierung queerer Menschen und fördert Bildungs- und Forschungsprojekte.
Queerfeindliche Gewalt mitten im Alltag
Der Angriff zeigt erneut, wie schnell homofeindliche Beleidigungen in körperliche Gewalt umschlagen können – beim Spaziergang, auf dem Heimweg, mitten im öffentlichen Raum. Für viele LGBTIQ* ist diese Gefahr keine abstrakte Debatte, sondern Teil einer bedrückenden Realität.
Metzner, der sich seit Jahren für die Belange der LGBTIQ*-Community einsetzt, zeigt sich kämpferisch. Nach dem Angriff machte er den Vorfall öffentlich, um andere zu ermutigen, in ähnlichen Situationen nicht wegzusehen und Hilfe zu holen. Auf Facebook teilte er Bilder seiner Verletzungen am Ellenbogen, betonte aber auch: „Wir sind Geschädigte aber keine hilflosen Opfer“.
Mit dem Klick stimmst du diesen Datenschutzrichtlinien von Meta zu.