Foto: AFP / Bas Czerwinski
Niederlands Premier Rob Jetten hat in einem Interview mit dem Attitude Magazine so privat wie selten über seine Beziehung mit dem argentinischen Hockey-Nationalspieler Nicolás „Nico“ Keenan gesprochen. Er verrät, wie das prominente Paar seinen Alltag zwischen vollen Kalendern bewältigt, warum sein Verlobter fleißig Niederländisch lernt und was er seinem 15-jährigen Ich heute raten würde.
Der nervigste Teil des Jobs
Während Jetten als Regierungschef rund um die Uhr das Land steuert, jagt Keenan auf internationalem Parkett Medaillen hinterher. Erst kürzlich war der Stürmer wieder für zwei Monate am Stück mit dem argentinischen Team zur WM-Vorbereitung unterwegs. Für das prominente Paar, das seit 2022 liiert und seit Ende 2024 verlobt ist, bedeuten die vollen Kalender eine echte Belastungsprobe. Auf die Frage, was ihn an seinem neuen Regierungsamt am meisten nerve, antwortete Jetten offen:
„Man muss wirklich alles streng planen und organisieren – noch viel mehr als ohnehin schon vorher.“
Aber trotz des Jetsets zwischen Politik und Spitzensport wissen beide genau, worauf es ankommt. Die Momente dazwischen sind heilig:
„Nico und ich haben Jobs, die extrem viel Druck erzeugen. Manchmal brauchen wir einander einfach nur, um zusammen auf der Couch zu kuscheln, über unseren Alltag zu reden oder gemeinsam zu entspannen.“
Gegenseitig sind sie sich die größten Fans. Mit einem Schmunzeln erzählte Jetten, dass Nico eifrig Niederländisch lernt, um im Fernsehen und im Parlament jede politische Debatte mitverfolgen zu können. Umgekehrt bezeichnet sich der Regierungschef inzwischen scherzhaft als absoluten „Experten für Feldhockey“.
Jettens Botschaft an sein jüngeres Ich
Im Interview erinnerte sich der 39-jährige Premier auch an seine Jugend zurück. Als er sich mit 15 oder 16 Jahren schließlich sicher war, dass er sich nie wieder in ein Mädchen verlieben würde, war die Angst groß.
„Ich habe damals total gestresst darüber nachgedacht, wie meine Familie reagieren würde, wie das Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, reagieren würde. Und ich war mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich niemals die große Liebe finden, heiraten oder eine Familie gründen würde“, so Jetten.
Heute, frisch verlobt und mit konkreten Familienplänen im Kopf, blickt er völlig verändert auf diese Zeit. Müsste er dem 14- oder 15-jährigen Robert heute begegnen, hätte er eine klare Botschaft parat:
„Hab keine Angst. Dein Leben wird nur noch besser, sobald du den Mut hast, dich zu öffnen und mit anderen über deine Gefühle zu sprechen.“
Von Vorbildern und dem Wandel der Zeit
Dass sich die Welt in den letzten zwei Jahrzehnten gewandelt hat, sieht Jetten auch an der Popkultur und den heutigen Rollenvorbildern. Als er jung war, habe es fast nur stereotype Bilder von schwulen Männern oder Lesben gegeben, über trans Identitäten wurde damals kaum gesprochen. Heute hingegen feiere man eine wunderbare, facettenreiche Community, die jungen Menschen zeigt, dass sie genau so richtig sind, wie sie sind.
*Quelle: Attitude Magazine