Grafik: KI erstellt
Das Versprechen klingt verlockend: intensive Euphorie, gesteigerte sexuelle Lust, krasse Enthemmung und eine Energie, die endlos scheint. Aber was genau ist dieses Zeug? Und warum warnen selbst erfahrene User davor? Wir schauen genau hin â ohne Panikmache, aber auch ohne Weichzeichner.
Was ist âMonkey Dustâ?
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âMonkeyâ ist ein Szenenamen fĂŒr ein starkes synthetisches Cathinon. Meist handelt es sich um den Wirkstoff MDPHP (manchmal auch das verwandte MDPV). Es gehört zu den Neuen Psychoaktiven Substanzen (NPS) und ist in Deutschland illegal. Im Chemsex-Kontext bei MSM (MĂ€nnern, die Sex mit MĂ€nnern haben) wird es konsumiert, um die sexuelle Lust, Ausdauer und das Selbstbewusstsein zu steigern sowie Hemmungen massiv abzubauen. Die Substanz wird meist geraucht, geschnupft oder seltener gespritzt (âSlammingâ).
Der Haken: Warum diese Droge anders ist
Der âWir-wissen-doch-alle-dass-Drogen-Risiken-habenâ-Talk greift hier zu kurz. Die Risiken von Monkeydust sind selbst im Vergleich zu anderen Chemsex-Drogen massiv.
- Das extreme Craving: Die Euphorie hĂ€lt oft nur wenige Minuten an. Was folgt, ist ein intensives Verlangen nach mehr â ein âRedosingâ-Drang, der als besonders ausgeprĂ€gt beschrieben wird. Das fĂŒhrt extrem schnell zu Kontrollverlust ĂŒber die Menge und die Dauer des Konsums.
- Das Suchtpotenzial: Experten stufen das AbhĂ€ngigkeitspotenzial von MDPV als deutlich höher ein als das von Heroin, Kokain oder Crystal Meth. Einige Berichte sprechen davon, dass âschon nach dem zweiten Gebrauch der Weg in die seelische AbhĂ€ngigkeit gebahntâ ist.
- Die Psychose-Gefahr: Das ist keine âlustigeâ Drogen-Paranoia. Das Risiko fĂŒr massive AngstzustĂ€nde, Verfolgungswahn und Paranoia ist laut Berichten ânoch höher als bei Crystal Methâ. Konsumenten berichten von tagelangen Wachphasen und psychotischen ZustĂ€nden, die wochenlang anhalten können.
- Die körperlichen Risiken: Die Liste ist lang und reicht von lebensgefĂ€hrlicher Ăberhitzung ĂŒber Herz-Kreislauf-Probleme und Nierenversagen bis hin zu starkem Gewichtsverlust.
Die Sex-Falle: Wenn der Kopf nicht mehr mitmacht
Ein Artikel aus der neuen mĂ€nner* â gleich hier durchblĂ€ttern oder ĂŒber epaper.maenner.media kostenfrei runterholen
Das vielleicht TĂŒckischste ist die psychologische Kopplung. Wenn du diese intensive Droge immer wieder direkt mit Sex verbindest, schafft dein Gehirn eine Verbindung, die nur schwer zu brechen ist. Jedes Mal, wenn du an Sex denkst, denkst du an die Substanz. Und jedes Mal, wenn du an die Substanz denkst, denkst du an Sex.Â
Offenheit statt Stigma â Was du tun kannst
Wir wissen, dass âKeine Macht den Drogenâ als Spruch nicht funktioniert. Was wir in der Community brauchen, ist ehrliche Kommunikation statt Stigmatisierung. Wenn du konsumierst, darĂŒber nachdenkst oder im Freundeskreis damit konfrontiert wirst â Wissen und Safer Use sind dein wichtigstes Werkzeug:
- Sei ehrlich (zu dir und anderen): Heimlicher Konsum beim Sex ist ein Vertrauensbruch und gefÀhrlich. Offenheit ist die Basis, um aufeinander achten zu können.
- Teste dein Zeug: Niemand weiĂ, was genau drin ist. Die Substanz ist unberechenbar und wird manchmal sogar als Mephedron verkauft. Nutze anonyme und kostenlose Angebote wie das Drugchecking in Berlin.
- Informier dich: Apps wie âKnowDrugsâ bieten verlĂ€ssliche Infos zu Wirkungen, Risiken und Safer-Use-Regeln.
Hier findest du Hilfe
Wenn du dir Sorgen um deinen Konsum machst, deinen Gebrauch reflektieren möchtest oder einfach nur reden willst, gibt es anonyme und vorurteilsfreie Angebote. Spezialisierte Stellen wie lokale Aidshilfen, der Checkpoint BLN, Sidekicks.berlin oder das Sub e.V. in MĂŒnchen kennen sich mit Chemsex aus und helfen dir vertraulich weiter.