Foto: LEONINE Studios / C. Klein
Horst Schlämmer sucht das Glück
Lehrerin Jutta Emmerich (Hape Kerkeling) im Elterngespräch.
Nach Jahren zwischen Lokalpolitik, Selbstversuch und Bratwurstverkostung dämmert Horst Schlämmer (Hape Kerkeling) eine bittere Erkenntnis: Das Lächeln ist ihm abhandengekommen. Und nicht nur ihm. Auch die Gesichter um ihn herum scheinen stumpf geworden, als habe sich über die Republik ein feiner Schleier aus Müdigkeit und Missmut gelegt.
„Dat Lächeln… dat is wech!“, sagt er – und in diesem lakonischen Befund steckt bereits mehr Diagnose als Klage. Zur privaten Verstörung gesellt sich eine berufliche: Ausgerechnet jetzt, da Haltung und Einordnung wieder Konjunktur haben, droht die Redaktion des „Tagblatts“ dem Rotstift zum Opfer zu fallen. Die neue Chefredakteurin Johanna Mertens – jung, entschlossen, ungeduldig – fordert von Horst nichts weniger als die große Geschichte. Einen letzten, alles verbindenden Wurf. Und sie trifft einen wunden Punkt.
Was folgt, ist mehr als eine Recherche. Horst steigt in sein legendäres Auto, das allen TÜV-Widrigkeiten zum Trotz stoisch weiterrollt, und begibt sich auf eine Reise quer durch die Republik. Er spricht mit Menschen, die hadern – mit ihrem Leben, ihrer Arbeit, ihren Erwartungen. Was als journalistisches Projekt beginnt, verwandelt sich zusehends in eine Selbstbefragung. Wie findet man Glück in Zeiten permanenter Erregung? Was bedeutet Zufriedenheit zwischen Selbstoptimierung und Dauerkrise?
Der Film, der am 26. März in den deutschen Kinos anläuft, erzählt diese Suche mit leisem Humor, derben Kalauern und auch mal melancholischem Unterton. Er ist Roadmovie und Gesellschaftsporträt zugleich – und vielleicht auch der vorsichtige Versuch, das verlorene Lächeln nicht zu erzwingen, sondern es wiederzufinden.
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