Georg Meyer-Wiel
Georg Meyer-Wiel gehört gemeinsam mit Roko zu den letzten beiden offiziellen Künstlern, die noch eine Ausstellung im TOM House der Tom of Finland Foundation präsentieren werden. Bei der Stiftung, die einst von Tom of Finland (1920–1991) und seinem Ehemann Durk Dehner gegründet wurde, stehen derzeit jedoch umfassende Umstrukturierungen an (wir berichteten). Das Künstlerprogramm sei „erst einmal beendet worden“, bestätigte Georg Meyer-Wiel.
Höchste Zeit, noch einmal den Blick auf die Kunst zu richten. Am 17. September eröffnet in der Tom of Finland Foundation in Los Angeles, die sich der Bewahrung und Förderung queerer Kunst und Kultur widmet, die Ausstellung „Codes of Belonging“ von Georg Meyer-Wiel. Zu sehen ist die Werkschau bis zum 22. September, im Rahmen der Ausstellung wird der Künstler selbst zu Wort kommen. In seinem Vortrag zeichnet Georg Meyer-Wiel die biografischen und künstlerischen Linien nach, die sein Werk bis heute prägen: von der schwulen Lederszene im Deutschland der 1990er Jahre über das Studium der Herrenmode am Royal College of Art in London bis zu seiner Arbeit für eine Lederfetisch-Marke und den Entwürfen von Kostümen für Tanz, Ballett und Oper.
Dabei geht es immer wieder um jene drei Elemente, die sein Schaffen wie ein roter Faden durchziehen: Kleidung, Körper und Identität. Georg Meyer-Wiel erzählt damit auch eine Geschichte darüber, wie sich diese Themen über Jahrzehnte und durch ganz unterschiedliche kulturelle Zusammenhänge bewegen. Und wie aus Mode Kunst, aus Körpern Projektionsflächen und aus Kleidung ein Ausdruck von Zugehörigkeit werden kann. Einen vorläufigen Höhepunkt findet diese Entwicklung in seinem Aufenthalt im TOM House. Auch wenn das Kunstprogramm der Tom of Finland Foundation vorerst endet, ist eines sicher: Von Georg Meyer-Wiel werden wir noch sehr viel sehen!
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