Foto: M. Rädel
Rosa von Praunheim
Der 11. „Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte“ wird posthum an den Film- und Theaterregisseur Rosa von Praunheim verliehen. Die Auszeichnung war ursprünglich für Januar 2026 vorgesehen. Nach seinem Tod wird der Preis nun im Rahmen eines Gedenkkonzerts am 16. März um 19 Uhr im Kammermusiksaal Hermann J. Abs in Bonn überreicht.
Praunheims Witwer Oliver Sechting nimmt die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung stellvertretend entgegen. Die Laudatio hält Regisseur Tom Tykwer. Auch Sven Lehmann, Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages, wird den Preisträger würdigen. Musikalisch gestaltet wird der Abend unter anderem vom Bonner Pianisten Colin Pütz, der Panflötistin Hannah Schlubeck sowie dem international gefragten Countertenor Nils Wanderer.
Wegbereiter der queeren Emanzipationsbewegung
Mit Rosa von Praunheim wird erstmals ein Film- und Theaterregisseur mit dem Internationalen Beethovenpreis ausgezeichnet. Der 1942 geborene Künstler gilt als zentrale Figur der deutschen LGBTQ-Bewegung. Sein 1971 entstandener Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ wurde zur Initialzündung der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung in der Bundesrepublik. Zahlreiche Initiativen gründeten sich im Anschluss an Fernsehaufführungen des Films. Historikerinnen und Historiker bewerten dessen Bedeutung als kaum zu überschätzen.
Praunheim verstand sein künstlerisches Schaffen stets als politischen Auftrag: Sichtbarkeit herstellen, Gleichberechtigung einfordern und Räume für queere Menschen schaffen. Sein Partner Oliver Sechting erinnerte daran, wie sehr ihn die Nachricht von der Preisverleihung berührt habe – insbesondere, weil damit nicht nur das filmische Werk, sondern auch die gesellschaftliche Wirkung gewürdigt werde.
Preis mit menschenrechtlichem Anspruch
Der Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Diversität wird von der Beethoven Academy vergeben. Initiiert wurde er von Intendant Torsten Schreiber sowie Andreas Loesch, langjährigem Präsidenten des Festivals junger Künstler Bayreuth. Zu den Gesellschaftern der Academy zählt auch die Pianistin Martha Argerich. Mit der posthumen Ehrung würdigt die Beethoven Academy einen Künstler, der über Jahrzehnte hinweg für Diversität, Menschenrechte und die Gleichberechtigung queerer Menschen eingetreten ist – künstlerisch wie politisch.
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