Foto: xamax
Es ist in dieser Art wohl einzigartig in ganz Europa, das „Motzstraßenfest“ in Schöneberg, im traditionellen West-Berliner LGBTIQ*-Kiez. Dieses Jahr lädt es zum 30. Mal ein, Queerness zu entdecken und zu feiern.
Und für Eingeweihte sichtbar queer ging es hier schon zur Kaiserzeit zu. Restaurants mit Travestieshows, Cafés und Künstlertreffs. Doch dann kamen die Nazis, dann die ultra-konservative Nachkriegszeit … Erst in den 1970ern nahm das damals in Deutschland sehr seltene und von der Sitte und der Bevölkerung kritisch beäugte Szeneleben langsam Fahrt auf. Ausgelöst durch Rosa von Praunheims Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ gründeten sich Treffs, Gruppen und etwas später auch der Buchladen Eisenherz. Bis heute schlägt hier das schwule Herz Berlins, was auch durch beliebte Treffs wie das Romeo und Romeo, die Klassiker Berio und Connection oder Neueröffnungen wie das „boyberry BERLIN“ bewiesen wird. Könnte es einen besseren Ort geben, als hier ein queeres Fest unter freiem Himmel zu feiern?
Schon seit 1993 kommen in Berlin-Schöneberg die diverse LGBTIQ*-Community und ihre Freund*innen zusammen, um Kultur auf den Bühnen und Essen an den Buden zu genießen, sich auszutauschen und Spaß zu haben an den zahlreichen Ständen, die aber auch informieren und wichtige Community-Arbeit leisten. Ein Preis wird ebenfalls vergeben: der „Rainbow Award“ für Menschen und Projekte, die sich besonders für die Community einsetzen. Zu den Preisträger*innen gehören unter anderem Wieland Speck, Mahide Lein und Rosa von Praunheim. 2024 findet das „Lesbisch-schwule Stadtfest“ des Regenbogenfonds e. V. am 20. und 21. Juli statt, los geht es an beiden Tagen um 11 Uhr. Noch mehr Informationen findest du hier: www.stadtfest.berlin.
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