Carsten Adlers Erzählung „Pepe Poseidonios – der kleine Stoiker aus dem Atlantik“ ist ein märchenhaftes Gleichnis über die zeitlose Aktualität der stoischen Philosophie – jener antiken Lebenskunst, die Gelassenheit nicht als Resignation, sondern als Ausdruck innerer Freiheit versteht.
Als offen schwuler Philosoph mit Wurzeln in Berlin ist es mir seit vielen Jahren ein persönliches Anliegen, gerade innerhalb der queeren Community auf den kulturellen und existenziellen Reichtum dieser griechischen Denktradition aufmerksam zu machen. Zwar wird Homosexualität in den überlieferten stoischen Schriften kaum ausdrücklich thematisiert. Dennoch gilt die Stoa vielen als eine bemerkenswert queeraffine Philosophie: Ihr Ideal der Selbstbestimmung, ihre Unabhängigkeit von gesellschaftlichen Zuschreibungen und ihr Beharren auf der gleichen Würde aller vernunftbegabten Menschen eröffnen einen Denkraum, der bis in die Gegenwart hinein überraschend modern und anschlussfähig wirkt.
Vor diesem Hintergrund erscheint „Pepe Poseidonios“ nicht nur als philosophisches Märchen, sondern auch als Einladung, stoische Gelassenheit als emanzipatorische Haltung neu zu entdecken – jenseits von Konventionen, Vorurteilen und identitätspolitischen Schablonen. Das Buch bekommst du in Berlin zum Beispiel bei Eisenherz in der Motzstraße.
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