Grafiken: SO36, Fotos: M. Rädel
Klub-Urgestein mikki_p (Bildmitte) ist einer der DJs bei „Gayhane“, einer DER Partys im SO36.
🖤 Mitte August feiert das SO36 in der Oranienstraße seinen 48. Geburtstag. Wir wünschen ur das BESTE! Freuen kannst du dich unter anderem auf HABGIER und VÕRU live sowie DJs wie DJ ALMIGHTY ALFRED sowie DJ STEFFKE STULLE & DJ TSCHERNOBILLY und DJ ED RAIDER.
„Wir denken noch lange nicht ans Aufhören. Wir feiern einen Ort, der schon einiges gesehen, überlebt und mitgemacht hat. Einen Ort für laute Konzerte, wilde Nächte, politische Diskussionen, fragwürdige Entscheidungen, große Gefühle und unzählige Geschichten – an die sich am nächsten Morgen nicht mehr alle erinnern konnten“, so das Team der queeren Location an uns. „Das SO36 lebt, verändert sich, eckt an und bleibt dabei hoffentlich immer ein bisschen unbequem.“
Vor allem in den auslaufenden 1990er-Jahren war das SO36 einer der erfolgreichsten Klubs Berlins. Partys wie der montägliche „Electric Ballroom“ und die mittwochs stattfindenden „Hungrigen Herzen“ deckten verschiedene Genres der elektronischen Musik ab. Sonntags tanzte die Community beim „Café Fatal“ zu Schlagern. Punk- und Rockkonzerte gehörten ebenfalls von Anfang an zum Programm. Die Geschichte des Klubs reicht jedoch noch weiter zurück: Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude als „Restaurationsladen“ errichtet. Seit August 1978 entwickelte sich das SO36 zu einem queeren Klub. Bis heute gilt es als legendäre Adresse für die Punkszene, Konzerte und die Berliner Avantgarde.
Das „ESSO“ ist mehr als ein Klub – es ist ein Erinnerungsort der Berliner Subkultur, an dem sich Nachtleben und Zeitgeschichte überlagern. Hier wurden politische und solidarische Initiativen angestoßen, alternative CSDs erdacht und organisiert, queere Projekte unterstützt und Freiräume gegen religiösen wie politischen Fanatismus verteidigt. Auf seiner Bühne und in seinen Nächten trafen und treffen Generationen von Künstler*innen, Aktivist*innen und Nachtschwärmer*innen aufeinander. Das „ESSO“ war aber nie bloß Kulisse, sondern stets ein Ort, an dem sich gesellschaftliche Auseinandersetzungen, kulturelle Experimente und gelebte Solidarität verdichteten. DJ Ipek, Wolfgang Müller, Nina Hagen, DJ ChrizzT, Maria Psycho und Bambi Mercury gehören ebenso zu dieser Geschichte wie unzählige andere – darunter selbstverständlich auch DJ mikki_p und Gloria Viagra. Auf die nächsten 48 Jahre!
8.8., „48 Jahre SO36 – Die große Geburtagssause“, SO36, Oranienstraße 190, U Kottbusser Tor, 21 Uhr
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