Foto: DFF
Szene aus John Waters „Desperate Living“
Als Warm-up zum Frankfurter Pride Month präsentiert das Kino im Deutschen Filmmuseum drei Klassiker des queeren Kinos.
Foto: DFF
Szene aus „The Watermeölon Woman“
Los geht’s am 2. Juni mit der Mockumentary „The Watermelon Woman“ von Cheryl Dunye. Dunye selbst spielt im Film die aufstrebende, lesbische Regisseurin Cheryl, die als Angestellte in einer Videothek arbeitet. Als Filmbegeisterte wirft sie gerne einen Blick in die historische Kinokiste und entdeckt dabei einen Film mit einer PoC-Darstellerin, die im Abspann des Films nicht genannt wird. Ein Ansporn für Cheryl, die nun eine Doku über die „vergessene“ Schauspielerin drehen möchte. Bei ihren Recherchen wird sie immer wieder mit stereotypen Vorurteilen über People of Color konfrontiert – das wird schnell persönlich. Der 1996 erschienene Film war 2016 Teil der Teddy-Retrospektive der Filmfestspiele Berlin (2.6., 20:30 Uhr).
Foto: New Line Cinema
Szene aus John Waters „Desperate Living“
In den 1970er Jahren machte sich Regisseur John Waters („Hairspray“) mit den Filmen „Pink Flamingos“ und „Female Trouble“ einen Ruf als King of Trash. Die kontrovers diskutierten Filme zeigten keine Scheu vor der Überschreitung des „guten Geschmacks“, was Waters absichtlich immer wieder aufs Neue provozierte. Als schwuler Aktivist brachte er neben Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit gerne auch andere streng tabuisierte Themen wie Inzest oder Zoophilie oder einfach ekelhafte Szenen auf die Leinwand – ein Schock fürs Establishment! „Desperate Living“ aus dem Jahr 1977 ist der Abschlussfilm von Waters sogenannter „Trash Trilogie“ – der einzige ohne die schrille Dragqueen Divine; trotzdem ist der Streifen haarstäubend: Nach dem Mord an ihrem Ehemann wird die Vorstadt-Hausfrau Peggy mit ihrem übergewichtigen Dienstmädchen Grizelda Brown von einem Transvestit-Polizist in die Strafkolonie Mortville verbannt. Dort regiert die bösartige Queen Carlotta mit ihrer Tochter Princess Coo-Coo. Peggy und Grizelda schließen sich der lesbischen Wrestlerin Mole an, die aus Liebe zu ihrer Freundin Muffy eine Geschlechtsumwandlung anstrebt, die jedoch aufs radikalste Weise wieder rückgängig gemacht wird. Ihr seid vorgewarnt! (3. und 14.6., 20:30 Uhr).
Foto: DFF
Szene aus „But I’m a Cheerleader“
Ebenfalls mit bitterbösem Humor, aber farbenfroh und quirlig ist die Teenage-Dramödie „But I’m a Cheerleader“ aus dem Jahr 1999. Die Eltern der 17-jährigen Megan befürchten, dass ihre Tochter lesbisch sein könnte. Also wird Megan in ein Konversionscamp geschickt, um sie auf den „richtigen“ Weg zurückzuführen; die Rolle des (männlichen) Campleiters Mike spielt Dragqueen Ru Paul (9.6., 20:30 Uhr).
Tipp: Nicht explizit queer, aber zumindest ein Klassiker ist die Marilyn-Monroe-Komödie „Manche mögen‘s heiß“, in der die Musiker Joe (Tony Curtis) und Jerry (Jack Lemon) als Zeugen eines Gangstermordes auf der Flucht sind; als Frauen verkleidet finden sie Unterschlupf in einer Damenkapelle (13.6, 18 Uhr, 25.6., 18 Uhr).
farnkfuKino im Deutschen Filmmuseum DFF, Schaumainkai 41, Frankfurt, dff.fim