Foto: Ina Fassbender / AFP
ColognePride 2026
ColognePride 2026: „Für Queerrechte – Viele. Gemeinsam. Stark!“
In einer Zeit, in der Queerfeindlichkeit, Hass und rechtsextremes Gedankengut wieder lauter werden, setzt der ColognePride 2026 ein klares Zeichen: Queerrechte sind Menschenrechte. Vom 19. Juni bis 5. Juli macht Köln sichtbar, was eine offene Gesellschaft ausmacht – mit über 100 Veranstaltungen, Beach & Village, großem Straßenfest, politischem Programm, Musik, Community und der CSD-Demonstration am 5. Juli.
Der ColognePride e.V. nutzt die internationale Aufmerksamkeit des Festivals auch in diesem Jahr für unmissverständliche Botschaften an die Politik. Zu den zentralen Kernforderungen gehören die längst überfällige Erweiterung des Artikels 3 Absatz 3 des Grundgesetzes um die Merkmale der sexuellen und geschlechtlichen Identität sowie die konsequente Bekämpfung von Hasskriminalität und Hatespeech. Zudem fordert der Verein eine sichere Finanzierung von Community- und Beratungsstrukturen, die Gleichstellung der Adoptionsregeln für gleichgeschlechtliche Ehen, die Abschaffung des besonderen kirchlichen Arbeitsrechts sowie ein Verbot von Gruppierungen und Parteien, die die Menschenwürde durch homo- und transfeindliche Äußerungen verletzen.
Das Motto
Für Queerrechte – Viele. Gemeinsam. Stark!bleibt dabei bewusst offen: Lesbische, schwule, bi, trans*, inter*, pan- und genderfluide Perspektiven sowie viele weitere Erfahrungen bilden gemeinsam das, was der ColognePride sichtbar machen will – Queerrechte als unteilbare Menschenrechte.
Zwei Wochen ColognePride Beach & Village
Nach dem Erfolg der vergangenen Jahre bekommt Köln auch 2026 wieder über den gesamten ColognePride-Zeitraum ein Pride Village mitten in der Stadt. Der ColognePride Beach & Village am Elogiusplatz lädt vom 19. Juni bis 5. Juli zum Entspannen ein – mit Beach-Lounge, Strandliegen, kühlen Drinks, Cocktails, kleinen Köstlichkeiten und Info-Counter zum Rahmenprogramm. Der Eintritt ist frei.
ColognePride Beach & Village
CSD-Straßenfest 3.–5. Juli
Das Herzstück des CSD-Wochenendes ist das Straßenfest rund um Heumarkt, Alter Markt, Gürzenich, Pipinstraße, Augustinerstraße und Elogiusplatz. Auf mehr als 18.800 Quadratmetern treffen Musik, Show, politische Diskussionen, Infostände, Gastronomie und Community aufeinander. Da die Gürzenichstraße wegen Baustellen nicht voll genutzt werden kann, wird die Augustinerstraße bis zur Kleinen Sandkaul neu eingebunden. Dort finden ein Teil der Infomeile und ein neuer, ruhigerer Familienbereich Platz. Ebenfalls neu ist der les-Beats DJane-Tower am Fuß der Pipinstraße Richtung Heumarkt, der das Wochenende über von FLINTA*-DJanes bespielt wird.
Das Bühnenprogramm wächst 2026 weiter: Fünf Bühnen bieten über 70 Stunden Musik, Talks und Shows. Auf der Hauptbühne am Heumarkt stehen unter anderem RÄUBER, Linda Teodosiu, LUNA, Miriana Conte, Bellini & Catherine LeClery sowie Sarah Engels auf dem Programm; moderiert wird dort unter anderem von Lukas Sauer, Erika Laste und Eric Schroth. Der Alter Markt bleibt als Politurbühne ein Ort für Talks, regionale Acts und queere Kultur. Auf dem Günter-Wand-Platz bringt die Vodafone DANCESTAGE by The World of SEXY elektronische Sounds, Performance und Clubenergie ins Open Air.
CSD-Demonstration am 5. Juli
Der Höhepunkt des ColognePride ist die CSD-Demonstration am Sonntag, 5. Juli. Die Eröffnung beginnt um 11 Uhr auf der Deutzer Brücke, der Start erfolgt um 11:30 Uhr. Die Strecke führt über Gürzenichstraße, Schildergasse, Neumarkt, Mittelstraße, Rudolfplatz, Hohenzollernring, Magnusstraße und Burgmauer durch die Innenstadt.
Neu ist auch die Kooperation mit Kölncampus: Das Hochschulradio sendet am Demo-Tag auf 100,0 UKW und im Livestream den Pride-Soundtrack für die ganze Stadt – ob auf der Bluetooth-Box, dem Wagen oder unterwegs. Für die Anreise gibt es erneut ein CSD-Ticket des VRS. Es gilt vom 3. Juli ab 14 Uhr bis in die Nacht nach dem CSD-Sonntag und kostet 24 Euro.
Inklusion, Awareness und Nachhaltigkeit
Damit möglichst viele Menschen teilnehmen können, setzt der ColognePride auch 2026 auf Barrierefreiheit und Inklusion. Auf dem Straßenfest gibt es barrierefreie Toiletten, rollstuhlgerechte Kabelbrücken und Gebärdensprachdolmetscher:innen an der Haupt- und Alter-Markt-Bühne. Gemeinsam mit dem Landschaftsverband Rheinland und dem 1. FC Köln wird außerdem wieder eine CSD-Inklusions-Area an der Demostrecke eingerichtet – inklusive Blindenreportage und rollstuhlgerechtem Bereich.
Auch das Awareness-Konzept wird erweitert: Feste Anlaufstellen am Heumarkt, Alter Markt und in der Augustinerstraße bieten Unterstützung, Ruhepunkte und geschulte Ansprechpersonen für Menschen, die sich unwohl fühlen oder Hilfe brauchen. Ergänzt werden sie durch ein mobiles Awareness-Team in lila Westen. Beim Thema Nachhaltigkeit geht der ColognePride ebenfalls weiter: Pfandflaschen werden gesammelt und sortiert, neue Pfand-Sammelstellen und Altglas-Container sollen Abfall reduzieren und Ressourcen schonen. Erlöse aus Sammelaktionen kommen dem ColognePride e.V. zugute.
Der Ehrenpreis des ColognePride 2026 geht an Jürgen Piger. Nach 16 Jahren prägender Jugendarbeit in der queeren Jugendeinrichtung anyway, davon seit 2017 als Geschäftsführer und pädagogischer Leiter, widmet er sich inzwischen seiner selbstständigen Arbeit als systemischer Einzel-, Paar- und Familientherapeut, Supervisor und Coach. Piger hat die Einrichtung durch finanzielle Hürden und die Corona-Pandemie gesteuert und sich über viele Jahre in der Stadt AG Queerpolitik für das Zusammenführen verschiedener Strömungen der Community starkgemacht. Geehrt wird er für sein langjähriges Engagement für Vielfalt, Sichtbarkeit, selbstbestimmtes Leben und Räume, in denen junge queere Menschen ihren eigenen Weg finden können.

