Foto: NOI Crew
EUROPA,DEUTSCHLAND,FRANKFURT, (c) 2025 NOI CREW
anbody walking? laden zu zwei Ball-Events.
Unter dem Motto „A Body of Many – Moving Democracy“ findet vom 30. Oktober bis zum 15. November zum elften Mal das internationale Tanzfestival Rhein-Main statt. Die Spielorte sind sowohl in Frankfurt als auch in Offenbach, Wiesbaden und Darmstadt zu finden. Im Programm gibt es wie jedes Jahr wieder eine Reihe spannender queerer Positionen – hier kommen unsere Tipps!
Alexandra Hennig vom Mousonturm empfiehlt das Stück „Manifesto Transprofágico“ der brasilianischen trans Künstlerin Renata Carvalho. Renata Carvalho gehört zu den ausgewählten „Associated Artists“ ihrer Kollegin und diesjährigen Festival-Spotlight-Künstlerin Lia Rodrigues.
„„Manifesto Transprofágico“ beschäftigt sich mit Transidentität, aus einer brasilianischen Perspektive betrachtet“, sagt Alexandra Hennig. „Ich finde es besonders spannend, weil es aus einer nicht-europäischen, nicht-weißen Perspektive heraus den Horizont auf Queerness und Transidentität nochmal total erweitert. Das Stück ist sehr zugänglich, spricht das Publikum direkt an und konfrontiert es direkt mit Vorurteilen, mit Neugier und Wertung. Sehr mutig!“ (6. und 7.11., LAB, Schmidtstr. 12, Frankfurt).
Foto: Danilo Galvão
30-04-2022 - Manifesto Transpofágico - Renata de Cervalho - Tr
„Manifesto Transprofágico“ von Renata Carvalho
Eine Uraufführung erlebt „Strike“ des Frankfurter Regisseurs und Choreografen Simon Möllendorf und seiner Compagnie „Dorfproduct“. Zwei Tänzer sind auf einem verspiegelten Podest, mitten im Publikum. Manchmal erinnern ihre Bewegungen an Kampfsport, manchmal sind sie elegant wie beim Wasserballett. Das sinnlich inszenierte Tanztheater verhandelt Männlichkeitsbilder und Rassismus, Gewalt, die diesen Körpern zugeschrieben wird, und zugleich Gewalt, die diese Körper erfahren haben (Uraufführung am 4.11., Produktionshaus Naxos, Waldschmidtstr. 19, Frankfurt, weitere Aufführungen am 6., 7., 12., 13. und 15.11.).
Foto: Dorfproduct
„Strike“ von Simon Möllendorfs Compagnie „Dorfproduct“
Ebenfalls beim Festival vertreten ist die Frankfurter Ballroom-Community „anybody walking?“; die Gruppe lädt zu zwei Ball-Events: einem Kiki-Ball und einem Major-Ball mit internationalen Stars der Szene. „Der Kiki-Ball ist für die Beginners und Major-Ball für die Profi-Majors“, erklärt Alexandra Hennig. Beide Veranstaltungen knüpfen an die Geschichte der Ballroom-Kultur als selbstorganisierter Raum queerer, trans und nicht-binärer People of Color an (14.11., Major Ball; 15.11., Kiki Ball, Mousonturm, Waldschmidtstr. 4, Frankfurt).
Foto: NOI Crew
anbody walking? laden zu zwei Ball-Events.
„Es gibt noch zwei weitere Stücke, die Queerness nicht so direkt behandeln, aber in denen Themen wie Queerness, andere Körperlichkeiten und Queering enthalten sind, ohne dass es direkt zum Thema gemacht wird“, meint Alexandra Hennig.
„Zum einen ist das ‚The Wheelie Show‘ von ‚Eng Kai Er & Team‘ aus Hamburg, eine Show auf Rollschuhen, aber auch in Rollstühlen. Es ist glitzernd und sehr joyful und bietet so viel Raum für die Beschäftigung mit der Intersektionalität zwischen Queerness und Behinderung.“ (6. und 7.11., LAB, Schmidtstr. 12, Frankfurt)
„Eine weitere Arbeit kommt von Parvin Saljoughi, einer iranischen Choreografin, die in Brüssel lebt“, so Hennig weiter. “In ihrem Stück „Feral Reverie“ beschäftigt sie sich sehr stark mit Körpern, die in der Welt zwischen Digitalität und Fleischlichkeit umgehen müssen, an einem Ort, an dem die Katastrophe schon passiert ist oder noch passieren wird, mit Fragen nach Gemeinschaft und Überlebensstrategien. Das hat in der Ästhetik auf jeden Fall etwas, was ich als queer bezeichnen würde“ (7. und 8.11., Mousonturm Frankfurt)
30.10. – 15.11., Tanzfestival Rhein-Main, alle Infos über tanzfestivalrheinmain.de
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