Der ehemalige australische Basketball-Nationalspieler Andrew „AJ“ Ogilvy hat sich vier Jahr nach seinem Karriereende als schwul geoutet. Der 37-Jährige machte seine Coming-out sich in einem Interview mit dem einzigen anderen offen schwulen Spieler der australischen Basketballliga öffentlich.
Ein Coming-out, das Raum für Gespräche schafft
Bekanntgegeben hat der frühere Center sein Coming-out in einem Interview mit Isaac Humphries, Star der Adelaide 36ers, im Rahmen der vierten jährlichen Pride Round der National Basketball League.
„Heute gibt es endlich einen Raum für diese Gespräche – um so offen darüber sprechen zu können“, sagte Ogilvy. Es gehe nicht nur um ihn selbst, sondern auch darum, für andere ansprechbar zu sein: für Fragen, Austausch und Orientierung. Sichtbarkeit bedeute, jemandem die Möglichkeit zu geben, sich nicht allein zu fühlen.
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Warum Offenheit während der aktiven Karriere kaum möglich war
Ogilvy zählte über Jahre hinweg zu den prägenden Centern der australischen NBL. Dreimal wurde er ins All-NBL First Team berufen und kam insgesamt auf 218 Einsätze in der Liga. Darüber hinaus führte ihn seine Karriere nach Spanien, in die Türkei und zwischen 2012 und 2013 auch nach Deutschland, wo er mit den Brose Baskets Bamberg die Meisterschaft in der Basketball-Bundesliga gewann. Den Großteil seiner australischen Karriere verbrachte Ogilvy bei den Illawarra Hawks, mit denen er 2017 das NBL-Finale erreichte – ein seltener Erfolg für den Traditionsklub. 2022 beendete Ogilvy seine Profikarriere.
Heute ist der 37-Jährige seit rund anderthalb Jahren mit seinem langjährigen Partner verheiratet. Kennengelernt hatten sich die beiden während Ogilvys Zeit bei den Sydney Kings in der Saison 2013/14. Einige Teamkollegen wussten damals bereits von der Beziehung – öffentlich outen konnte er sich jedoch nicht.
„Ich habe mein Leben wahrscheinlich nicht so authentisch gelebt, wie ich es hätte können – besonders in der NBL“, sagt Ogilvy rückblickend. Einerseits habe er seine Sexualität als Privatsache betrachtet, andererseits habe sich das gesellschaftliche Klima erst allmählich verändert. Während der australischen Abstimmung zur Ehe für alle 2017 äußerte er sich zwar politisch klar, ohne sich selbst öffentlich als schwul zu benennen.
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Sichtbarkeit im Profisport: Ein spätes, aber wichtiges Signal
Mut gemacht habe ihm vor allem das Coming-out von Isaac Humphries, der sich 2022 als aktiver Spieler von Melbourne United öffentlich als schwul bekannte – als erst zweiter aktiver Profi im Männerbasketball nach Jason Collins im Jahr 2013.
„Es war unglaublich wichtig, jemanden mit deiner Haltung und Präsenz zu sehen, der sagt: Das bin ich“, so Ogilvy. Humphries wiederum lobte Ogilvys Offenheit und betonte, es gehe nicht um Druck, sondern um Sichtbarkeit: Basketball sei ein universeller Sport – und genau deshalb ein Ort, an dem auch queere Communities gefeiert werden sollten.
Die Pride Round der NBL findet in den Runden 18 bis 20 der laufenden Saison statt. Die Adelaide 36ers stehen aktuell an der Tabellenspitze und hoffen auf ihre erste Meisterschaft seit 2002.
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