Foto: Tom Brenner/ AFP
Hunter Biden
Wer am lautesten gegen queere Menschen hetzt, versteckt oft das größte Geheimnis im eigenen Kleiderschrank. Mit diesem harten Vorwurf geht Hunter Biden, Sohn des ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden, in einem aktuellen Podcast-Interview jetzt in die Offensive gegen die US-Republikaner. Er spricht von einer sogenannten „Closetocracy“: Eine Gruppe mächtiger, heimlich homosexueller Politiker, die ihren eigenen Selbsthass in politische Stimmungsmache gegen die LGBTIQ*-Community verwandeln.
Der Laptop und die Gegenoffensive
Ausgangspunkt der Äußerungen war ein Auftritt Bidens im populären, linksprogressiven Podcast „I've Had It“ der Moderatorinnen Jennifer Welch und Angie Sullivan. Ausgangspunkt der scharfen Töne war ein Auftritt Bidens im populären, linksprogressiven Podcast „I've Had It“ der Moderatorinnen Jennifer Welch und Angie Sullivan. Die Gastgeberinnen sprachen ihn auf die jahrelange Fixierung der Republikaner auf seinen privaten Laptop an. Zur Erinnerung: Kurz vor der Präsidentschaftswahl 2020 nutzten konservative Kreise Daten von einem angeblich von Hunter Biden vergessenen Computer, um private Fotos seiner damaligen Drogensucht zu veröffentlichen und Korruptionsvorwürfe gegen die Familie Biden zu konstruieren. Der Laptop war jahrelang eine wichtigste politische Waffe der Republikaner gegen die Familie Biden. Im Podcast nutzte Hunter Biden dieses Thema nun für einen geschickten rhetorischen Befreiungsschlag. Auf die Frage, wessen Laptops in Washington er im Gegenzug gerne einmal untersuchen würde, verteidigte er sich nicht, sondern ging zum Gegenangriff über. Seine Botschaft an die politischen Gegner: „Ihr wolltet jahrelang unbedingt auf meinen Laptop schauen, um Schmutz über mich zu finden? Dann lasst uns doch mal auf die Laptops der führenden Republikaner blicken. Ihr werdet überrascht sein, welche Doppelmoral sich dort verbirgt.“
Das Konzept der „Closetocracy“
Mit diesem Begriff (abgeleitet vom englischen „in the closet“ für „ungeoutet“) beschreibt Biden eine angebliche Gruppierung von wütenden, verdeckt homosexuellen Männern in der Politik. Viele konservative Republikaner würden ihre eigene Sexualität unterdrücken. Der daraus resultierende innere Konflikt und Schmerz werde als politischer Hass nach außen getragen, insbesondere in Form von Gesetzen und Kampagnen, die sich gegen queere Menschen richten.
„Jeder weiß, dass es in Washington, D.C. diese verdeckt schwule Mafia gibt, die größtenteils republikanisch ist, und jeder kennt ausnahmslos jeden von ihnen, der schwul ist“, erklärte Biden in dem Interview. Diesen Politikern warf er vor, innerlich zerrissen zu sein: „Ihr ganzes Leben lang waren sie im Schrank, und so hat man diesen schwarzen Ball in sich [...] aufgrund der Tatsache, dass man nicht der sein kann, der man sein möchte. Also lässt man es an allen anderen aus.“
*Quellen: Podcast „I've Had It“ (Episode vom 18. Juli 2026), Advocate