Während die Olympischen Winterspiele bereits Geschichte sind, haben die Paralympischen Winterspiele in Mailand-Cortina 2026 gerade erst begonnen – und sie bringen ein deutliches Zeichen für Sichtbarkeit: Noch nie zuvor treten so viele offen queere Athlet*innen mit Behinderung an.
Schon bei den Olympischen Winterspielen 2026 feierten offen queere Athlet*innen große Erfolge und gewannen insgesamt elf Medaillen. Nun hoffen auch die paralympischen Teilnehmer*innen, an diese Erfolgsserie anzuknüpfen.
Die Paralympics laufen vom 6. bis 15. März. Insgesamt nehmen 665 Athlet*innen aus 50 Ländern teil. Unter ihnen befinden sich mehrere Sportler*innen, die offen zu ihrer LGBTIQ*-Identität stehen – und damit für mehr Diversität im paralympischen Spitzensport stehen.
Sichtbarkeit ohne „Safe Space“: Die Athlet*innen sind jetzt selbst das Signal
Vom 6. bis 22. Februar fand im Mailänder MEET Digital Culture Center das Pride House statt. Während der Winterspiele bot es ein vielfältiges Programm aus Veranstaltungen und Aktivitäten, organisiert von Vereinen, Aktivistinnen und Kulturorganisationen, die sich den Werten von Pride verpflichtet fühlen. Das Haus sollte als sicherer, offener und sichtbarer Ort für Athlet*innen, Fans, Aktivist*innen und die LGBTIQ*-Community dienen.
Dass das Pride House bereits zum Start der Paralympischen Winterspiele wieder abgebaut ist, wirft ein Schlaglicht auf ein bekanntes Problem: Die Aufmerksamkeit für Inklusion darf nicht mit dem Ende der Olympischen Spiele verschwinden. Umso wichtiger ist nun die Präsenz offen queerer Athlet*innen direkt an den Sportstätten in Cortina d’Ampezzo und Mailand. Sie sind es, die jetzt die Flagge hochhalten und zeigen, dass die LGBTIQ-Community ein integraler Bestandteil der paralympischen Familie ist.
Von Curling bis Snowboard: Queere Paralympionik*innen im Überblick
Zu den von OutSports vorgestellten offen queeren Teilnehmenden zählen Athlet*innen aus Großbritannien und den USA, die in fünf verschiedenen Sportarten an den Start gehen.
Jo Butterfield – Curling (Großbritannien)
Jo Butterfield hat bereits eine außergewöhnliche Karriere hinter sich. Ihre erste paralympische Goldmedaille gewann sie 2016 im Keulen- und Diskuswurf.
2022 wechselte sie überraschend die Sportart und tritt seitdem im Rollstuhlcurling an. Bei den Spielen in Mailand-Cortina startet Butterfield im Mixed-Doppel-Rollstuhlcurling.
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Jackie Hamwey – Snowboardcross & Banked Slalom (USA)
Für die US-Snowboarderin Jackie Hamwey sind die Paralympics 2026 ein besonderer Moment: Sie feiert dort ihr Debüt. Nur zehn Jahre zuvor verlor sie nach einem Bootsunfall ihr rechtes Bein unterhalb des Knies. Jetzt startet sie für Team USA im Snowboardcross und Banked Slalom.
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Jake Adicoff – Langlauf (USA)
Der schwule, sehbehinderte Skilangläufer Jake Adicoff gehört bereits zu den erfahrensten Athleten im Feld. Er nahm schon 2014 und 2018 an den Paralympics teil und gewann dabei eine Gold- und drei Silbermedaillen.
Adicoff ist außerdem der einzige Paralympics-Athlet, der vom Out Athlete Fund unterstützt wird – einem Förderprogramm für LGBTIQ*-Sportler*innen.
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Hailey Griffin – Alpinski (USA)
Nach einem Autounfall im Jahr 2019 begann Hailey Griffin ihre Karriere im Behindertensport. Nur wenige Jahre später steht sie nun am Start der Paralympischen Winterspiele und gibt in Mailand-Cortina 2026 ihr paralympisches Debüt im Alpinski.
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Mikey O’Hearn – Alpinski (USA)
Auch Mikey O’Hearn feiert bei diesen Spielen seine Premiere. Er wurde mit Arthrogryposis multiplex congenita geboren – einer angeborenen Erkrankung, die Gelenkversteifungen und Einschränkungen der Muskelentwicklung verursacht. Trotzdem begann O’Hearn bereits im Alter von drei Jahren mit dem Skifahren und startet nun im Para-Ski Alpin (stehend).
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Warum Repräsentation zählt
Die Paralympischen Winterspiele 2026 stehen damit für weit mehr als sportliche Höchstleistungen. Sie sind auch ein Symbol für gelebte Vielfalt und eine zeitgemäße Repräsentation im internationalen Sport, denn Inklusion ist eine Aufgabe, die uns alle betrifft. Aktivist*innen erinnern in diesem Zusammenhang immer wieder an eine grundlegende Wahrheit:
„Behinderung ist die einzige Minderheit, der jeder Mensch jederzeit angehören kann.“