Foto: X / @BITCHYFit
Der argentinische Offensivspieler Ignacio „Nacho“ Lago, der beim Traditionsverein Club Atlético Colón (aktuell in der zweiten Liga, der Primera Nacional) unter Vertrag steht, ist der erste aktive argentinische Profifußballer, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekennt.
Wie es passierte
Das Coming-out geschah auf beinahe beiläufige Weise. In einem Radio-/Videointerview wurde Lago mit Videobotschaften seiner Liebsten überrascht, darunter auch eine sehr emotionale Botschaft seines Partners Gonzalo. Lago zeigte sich tief berührt, sprach ganz offen darüber, dass die beiden zusammenleben, und schwärmte davon, wie aufmerksam sein Freund sei. Kurz darauf teilte er ein gemeinsames Foto auf Social Media mit der Überschrift „Te amo“ (Ich liebe dich).
Die Reaktionen auf das in Argentinien virale Video fielen extrem positiv aus. Fans, queere Aktivisten und Politiker (wie der offen schwule Kongressabgeordnete Esteban Paulón) feierten den Schritt als enorm wichtig für den Verein Colón und die argentinische Gesellschaft.
Vorreiterrollen: Männer- vs. Frauenfußball
Bevor Nacho Lago den Schritt in den professionellen Fokus wagte, gab es bereits einen Vorreiter im Amateurbereich. Im Jahr 2020 outete sich Nicolás Fernández, der Torwart des Club General Belgrano de La Pampa. Er gilt als der allererste argentinische Fußballer, der diesen Schritt ging. Da er allerdings in einer regionalen Liga spielte, hatte sein Coming-out nicht die gleiche landesweite und internationale Strahlkraft wie nun der Fall bei einem großen Proficlub.
Während der Männerfußball extrem zögerlich ist, ist der Frauenfußball in Argentinien (wie auch in vielen anderen Ländern) ein deutlich sichererer Raum für die LGBTIQ*-Community. Homosexualität ist hier weitgehend normalisiert und viele bekannte Spielerinnen leben offen queer. Ein weltweit beachteter Meilenstein war das Debüt von Mara Gómez. Sie unterschrieb Ende 2020 bei Villa San Carlos (und später bei Estudiantes de La Plata) und wurde damit die erste offen lebende Transgender-Frau, die in der höchsten argentinischen Fußballliga auflief. Dies erforderte einen langen Kampf mit dem argentinischen Fußballverband (AFA), um die Zulassung zu erhalten.
*Quellen: Goal.com, Aire de Santa Fe / TyC Sports