Am 13. Oktober wurde die Präventionskampagne der Deutschen Aidshilfe IWWIT (ICH WEISS WAS ICH TU) 18 Jahre alt. Eine Zeit voller Lust, Wissen und Veränderung – und vor allem eine Prävention, die sich immer wieder neu erfindet.
Aus der Community, für die Community
Foto: IWWIT | Sven Serkis
2008 startete IWWIT als Kampagne, die sich speziell an schwule und bisexuelle Männer richtete. Der Ansatz war bewusst anders: Nicht über die Community reden, sondern schwule, bisexuelle und HIV-positive Männer sprechen für sich selbst, und das vor Ort, wo Sexualität gelebt wird, und sogar – damals noch keine Selbstverständlichkeit – gut sichtbar und lebendig im Internet!
Das Ziel: Infos und persönliche Geschichten aus der Community für die Community über HIV, sexuell übertragbare Infektionen und Safer Sex – in einer Sprache, die verständlich ist, Spaß macht und niemanden belehrt.
IWWIT ist groß geworden!
Was damals als Kampagne für schwule und bisexuelle Männer begann, ist in 18 Jahren gewachsen zu einem vielfältigen Präventionsangebot für schwule, bi, trans und andere Männer, die Sex mit Männern haben sowie nicht-binäre Menschen.
„18 Jahre IWWIT heißt auch: 18 Jahre Prävention, die sich gemeinsam mit der Community verändert. Wir reden weiter über Sex, Lust und Gesundheit – offen, selbstbewusst und ohne Tabus. Zugleich wissen wir: Lebenswelten und Sexualität verändern sich stetig und so will auch IWWIT immer wieder neue Wege gehen. Wir wollen online wie offline an mehr Orten sein, mehr Identitäten und mehr Generationen ansprechen“, so Jonathan Gregory, Leitung von IWWIT.
Schon immer mehr als Kondome
Foto: IWWIT | Sven Serkis
In 18 Jahren hat sich Safer Sex verändert: Zu Kondomen sind weitere Möglichkeiten hinzugekommen, eine Übertragung von HIV zu vermeiden – etwa die PrEP und Schutz durch Therapie. Prävention ist dadurch vielfältiger geworden und lässt mehr Raum für individuelle Entscheidungen.
Gleichzeitig war sexuelle Gesundheit bei IWWIT schon immer mehr als die Frage, wie man sich vor HIV oder anderen Infektionen schützt. Es geht auch darum, die eigenen Wünsche und Grenzen zu kennen, Lust zu genießen, miteinander zu kommunizieren und individuelle, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen.
Deshalb gehören auch Themen wie Dating, Beziehungen, Coming-out, Konsens, psychisches Wohlbefinden und der Umgang mit Substanzen bei IWWIT zu Prävention.
Gegen Vorurteile, für mehr Raum
Foto: IWWIT | Sven Serkis
Sexuelle Gesundheit braucht mehr als medizinische Informationen. Vorurteile, Stigmatisierung und Diskriminierung können beeinflussen, ob Menschen offen über ihre Sexualität sprechen, medizinische Angebote nutzen oder sich Unterstützung holen.
Deshalb bedeutet Prävention für IWWIT auch, gegen Ausgrenzung aufzustehen. Für Sexualität ohne Scham. Für unterschiedliche Körper, Identitäten und Lebensentwürfe. Für Lust ohne Rechtfertigungsdruck.
„Angesichts einer zunehmenden Feindlichkeit gegenüber unseren vielfältigen Communitys bleibt Prävention aus der Community für die Community so wichtig. Sie muss nah an den Lebenswelten der Menschen sein, aktuelle Fragen aufgreifen und dort stattfinden, wo die Leute unterwegs sind. Wir von IWWIT wollen jetzt mit 18 nicht weniger, sondern mehr von allem haben: mehr Sichtbarkeit, mehr Wissen, mehr Teilhabe und mehr Prävention, die die Vielfalt der Communitys erreicht“, so Gregory.
18 Jahre IWWIT – und kein bisschen leise
Foto: IWWIT | Sven Serkis
Kurz: Mit 18 dreht IWWIT so richtig auf. Die Volljährigkeit ist auch ein neuer Anfang: Aus einer Kampagne für schwule und bisexuelle Männer ist ein vielfältiges Präventionsangebot geworden.
„Aus 18 Jahren Erfahrung entsteht für uns der Anspruch, in Zukunft noch mutiger, noch lustvoller, noch lauter und sichtbarer zu sein. Oder kurz gesagt: IWWIT ist jetzt 18 und horny auf mehr!“, so Gregory.
Alle Infos zu IWWIT auf: iwwit.de