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Chemsex betrifft selten nur die Personen, die selbst konsumieren. Partner, enge Freunde und Familienangehörige geraten häufig in einen Strudel aus Vertrauensbrüchen, ständiger Sorge und Isolation. Um Betroffenen einen geschützten Raum für Austausch und Abgrenzung zu bieten, startet das schwul-queere Zentrum Sub e.V. in München eine neue Selbsthilfegruppe für Angehörige. Auch für Konsumenten selbst gibt es neue Angebote.
„Oft ist das Vertrauensverhältnis schwer belastet, wenn der eigene Partner seinen Konsum zu vertuschen versucht oder der Sex ohne Drogen uninteressant wird“, erklärt Dr. Michael Plaß von der Chemsex-Beratung im Sub. Die Folgen reichen von Entfremdung bis hin zu ausgeprägter Co-Abhängigkeit. Die neue Selbsthilfegruppe soll Möglichkeiten bieten, eigene Grenzen zu stärken, Schamgefühle abzubauen und praxistaugliche Strategien für den Umgang mit der Situation zu entwickeln.
Start im Oktober
Die Gruppe für Angehörige trifft sich ab dem 5. Oktober 2026 an jedem ersten Montag im Monat um 19:30 Uhr in den Räumen des Sub (Müllerstraße 14, 80469 München). Die Teilnahme ist vertraulich; Anmeldungen sind per E-Mail an [email protected] möglich.
Neue Coaching-Formate für Konsumenten
Gleichzeitig erweitert das Zentrum sein Angebot für Konsumenten selbst. Neben klassischen Beratungen stehen ab sofort zwei strukturierte Programme zur Verfügung: Abstinenz-Coaching ist ein Format aus zehn Einzel-Sitzungen (je 50 Minuten), das Konsumenten dabei unterstützt, Trigger zu erkennen, Nein-Sagen zu lernen und Sexualität wieder nüchtern zu erleben. Und bei KISS-Training (Kompetenz im selbstbestimmten Substanzkonsum) handelt es sich um ein elf-sitziges Angebot für Männer, die ihren Konsum nicht zwingend beenden, aber kontrollieren und reduzieren möchten.
Foto: Sub e.V.
Weitere Informationen und weiterführende Interviews mit Betroffenen sind unter subonline.org zu finden.
*Quelle: subonline.org