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Mann, Muskeln, Macho, Wald
Ein Buchtipp war geplant … Aber Scott Galloways „Notes on Being a Man“ (ISBN: 978-3-68932-081-2) lässt sich, so die kritischen Stimmen, schwerlich als universaler Ratgeber für männliche Selbstvergewisserung lesen – und schon gar nicht für all jene, die außerhalb heteronormativer Lebensentwürfe stehen.
Denn seine gedankliche Architektur scheint, so der Vorwurf, von Beginn an auf ein bestimmtes Zielbild hin zugespitzt: das des Mannes, dessen Lebenssinn sich wesentlich in Fortpflanzung, Partnerschaft mit einer Frau und der Gründung einer klassischen Familie erfüllt. In dieser stillschweigend gesetzten Norm gerät das Modell des „Versorgers und Beschützers“ zur Leitfigur männlicher Existenz, während andere Formen des Mann-Seins eher als Abweichung denn als gleichwertige Variante erscheinen. Gerade schwule und queere Männer, so wird eingewandt, tauchen in dieser Erzählung kaum als eigenständige Subjekte auf, sondern allenfalls in Randbemerkungen – wie Schattenfiguren einer ansonsten als allgemein gültig präsentierten Männlichkeitsdiagnose.
In Diskussionsräumen wie etwa The StoryGraph wird daher bemängelt, dass Vielfalt sexueller Identitäten nicht als strukturprägende Perspektive ernst genommen werde, sondern eher dekorativen Charakter habe. Die Folge sei eine Engführung, in der die „Krise des Mannes“ implizit stets vom cis-heterosexuellen Subjekt her gedacht wird – als wäre dieses die natürliche, unausgesprochene Norm. So bleibt, aus Sicht der Kritiker*innen, eine Leerstelle dort, wo eigentlich Differenz produktiv hätte werden können: in der Frage nämlich, wie queere Lebensrealitäten nicht nur als Ausnahme, sondern als konstitutive Herausforderung klassischer Männlichkeitsbilder gelesen werden könnten. Stattdessen, so der Vorwurf, verengt sich der Blick auf ein vertrautes Narrativ – jenes des orientierungssuchenden, aber letztlich doch erstaunlich konventionell gedachten Mannes. Immerhin sah The Wall Street Journal in dem Buch „eine kraftvolle, persönliche und visionäre Reflexion über das Mannsein“. Wir nicht so ganz. www.plassen-buchverlage.de
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