Foto: Weltkino Filmverleih / C. Harris
Alexander Skarsgård
Ende März startet einer der wichtigsten schwulen Kinofilme des Frühjahrs: „Pillion“, das Langfilmdebüt von Regisseur Harry Lighton mit Alexander Skarsgård und „Harry Potter“-Star Harry Melling in den Hauptrollen.
Mit extrem großer Sinnlichkeit, feinem Humor, überraschender Zärtlichkeit und emotionaler Tiefe erzählt der von Kritiker*innen gefeierte Film eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die sich mutig zwischen Macht, Begehren und Selbstfindung bewegt.
Im Mittelpunkt steht der schüchterne, in sich gekehrte Colin, der eines Abends in einer Bar auf den charismatischen Ray trifft – und augenblicklich den Boden unter den Füßen verliert. Ray ist attraktiv, selbstbewusst und lebt nach eigenen Regeln. Dass ausgerechnet er Colin als neuen Gefährten erwählt, erscheint diesem zunächst wie ein unerklärliches Wunder. Doch Rays Zuneigung ist an klare Bedingungen geknüpft: absolute Unterwerfung.
Colin akzeptiert diese Regeln ohne Zögern. Er putzt, kocht, erledigt Einkäufe und schläft widerspruchslos auf dem Bettvorleger zu Rays Füßen. Was für Außenstehende befremdlich oder gar verstörend wirken mag, erlebt Colin als Befreiung. In der freiwilligen Hingabe findet er Halt, Orientierung und eine neue Form von Nähe. Im Gegenzug öffnet Ray ihm die Tür zu einer Welt intensiver Erfahrungen – voller wilder Abenteuer, radikaler Intimität und sexueller Ekstase, die Colin bislang nur aus seinen Fantasien kannte. Wir werden „I Think We're Alone Now“ von Tiffany nie wieder unbefangen hören!
Während Colin sich immer tiefer in diese Beziehung hineinbegibt, wachsen im Hintergrund die Sorgen seiner Eltern, die den Wandel ihres Sohnes mit wachsender Hilflosigkeit beobachten. Doch Colin selbst genießt sein neues Leben in vollen Zügen und scheint erstmals wirklich bei sich angekommen zu sein. Gleichzeitig beginnt sich in ihm langsam eine leise, kaum greifbare Sehnsucht zu regen – nach Zärtlichkeit ohne Bedingungen, nach Gleichgewicht, vielleicht sogar nach Liebe.
„Pillion“ ist mehr als ein erotisches Beziehungsdrama. Der (stellenweise sehr erotische und auch mal lustige) Film stellt unbequeme Fragen nach den Grenzen von Macht und Hingabe, nach selbstbestimmtem Begehren und emotionaler Abhängigkeit. Dabei vermeidet er einfache Urteile und nähert sich seinen Figuren mit großer Empathie. Getragen von intensiven schauspielerischen Leistungen und einer sensiblen Inszenierung entfaltet sich ein Film, der provoziert, berührt und lange nachwirkt. Beste Unterhaltung für Erwachsene.
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