Foto: DEFA-Stiftung , „Coming out“, DDR 1989, Regie: Heiner Carow
Matthias Freihof
Mit „Coming Out“ legte die DEFA im Spätjahr der DDR einen Spielfilm vor, der sich mit bemerkenswerter Offenheit einem bis dahin marginalisierten Thema widmete: der homosexuellen Identität im sozialistischen Alltag. In der Hauptrolle: Matthias Freihof (links im Bild).
Mit der neuen Ausstellung „Inventing Queer Cinema“ schlägt die Deutsche Kinemathek ab Mai ein neues Kapitel auf – räumlich im Berliner E-Werk, inhaltlich im Blick auf eine Filmgeschichte, die lange zu wenig beachtet wurde. Doch eine Filmwelt ohne die LGBTIQ*-Community gibt es nicht. Die Ausstellung „Inventing Queer Cinema“ sorgt für die notwendige und angemessene Sichtbarkeit.
Im Mittelpunkt stehen Filme und ihre Macher*innen, die seit den 1970er-Jahren das queere Kino in Deutschland geprägt, herausgefordert und immer wieder neu erfunden haben. Es ist eine Geschichte des Aufbegehrens und der Selbstbehauptung, getragen von künstlerischer Radikalität und solidarischen Netzwerken – eine Geschichte, die keineswegs abgeschlossen ist. Queeres Kino, so zeigt die Ausstellung, ist mehr als ein Genre. Es ist eine Perspektive: auf Lebensrealitäten jenseits normativer Erwartungen, auf Figuren, die sich gesellschaftlichen Ordnungen entziehen und gerade darin sichtbar werden.
Auch ästhetisch widersetzt sich queeres Kino oft dem Gewohnten, sucht nach eigenen Bildern, Erzählweisen und Brüchen. Ein ständiges Austesten dessen, was Film sein kann! Neben prägenden Werken rückt die bis Mitte September gehende Schau auch die Queers in den Blick, die oft im Hintergrund wirken: Festivalmacher*innen, Verleiher*innen, Kurator*innen. Klasse!
7.5. – 13.9., „Inventing Queer Cinema“, Deutsche Kinemathek, Berliner E-Werk, Mauerstraße 78 – 80 / Ecke Wilhelmstraße, Berlin, U Kochstraße/Checkpoint Charlie oder U Stadtmitte, www.deutsche-kinemathek.de
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