Foto: Pancho Assoluto – „Nil“
Wenn sich Fotografie nicht mit dem fertigen Bild begnügt, sondern zum Ausgangspunkt weiterer künstlerischer Erzählungen wird, entsteht ein mitunter erotischer Dialog, der Betrachtende inspiriert. Genau diesem Gedanken folgt „The Remix Project“, das am Mittwoch, 9. September, um 18 Uhr eröffnet wird. Die Ausstellung ist anschließend donnerstags bis sonntags von 16 bis 20 Uhr geöffnet und wird von einem Programm mit Artist Talks begleitet.
Im Zentrum der Ausstellung steht der Fotograf Pancho Assoluto, der seit mehr als fünfzehn Jahren die queere Szene mit seiner unverwechselbaren Bildsprache begleitet. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen dokumentarischer Beobachtung, politischer Bildungsarbeit und sehr persönlichen fotografischen Mikrokosmen. Während ihm die Städtische Galerie seiner Heimatstadt Iserlohn derzeit eine umfangreiche Ausstellung auf zwei Etagen widmet, führt ihn sein Werk in einigen Wochen nach Berlin. Herzstück der Berliner Präsentation ist das titelgebende „Remix Project“. Vierzehn Künstler*innen aus dem Netzwerk des Künstlers – darunter Rinaldo Hopf, Armin Scheid, Luke Carter, Saskia Reis, Georg Meyer-Weil und Stephan Thiel – haben seine Porträts aufgegriffen, zerlegt und in ihren jeweils eigenen künstlerischen Handschriften neu zusammengesetzt, aus fotografischen Originalen entstehen neue eigenständige Werke anderer Kunstformen.
Pancho Assoulto versteht den Remix als künstlerisches Prinzip: eine Transformation, wie #mensch sie aus der Musik kennt, bei der ein bestehendes Werk nicht kopiert, sondern neu gedacht wird. Dass ausschließlich langjährige Weggefährt*innen beteiligt sind, ist dabei bewusst gewählt. Es gehe ihm nicht um eine distanzierte Hommage, sondern um einen künstlerischen Austausch auf Augenhöhe – ein gemeinsames Weiterdenken von Bildern in einer Zeit, die gesellschaftlich und politisch zunehmend unter Spannung steht. Zur Eröffnung werden zahlreiche beteiligte Künstler*innen anwesend sein und Einblicke in ihre Arbeiten geben. Darüber hinaus stellt Pancho Assoluto erstmals sein neues Buch „Mirrorhood“ vor, das sich den vielschichtigen Verflechtungen von Identität, Wahrnehmung und Realität widmet, Themen, die auch den roten Faden dieser Ausstellung bilden.
9.9. – 20.9., „The Remix Projekt – Queere Perspektiven in Berlin“, TUNNEL 19, Regina-Jonas-Straße 42, U Kottbusser Tor, Berlin, Donnerstag bis Sonntag jeweils von 16 bis 20 Uhr, die Vernissage ist am 9. September um 18 Uhr
Bild: Georg Meyer-Wiel – „Pas de frère“
Foto: Pancho Assoluto – „Angelos“
Foto: Detlev Pusch – „Skater“
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