Foto: www.taschen.com
Tom of Finland
Der Kölner TASCHEN Verlag hat Bücher wie dieses im Angebot – unzensiert.
Die Ausstellung „HARD BOUND“ lässt uns ab dem 20. September den langen Weg vom ersten Entwurf des Skandinaviers zum weltweiten schwulen Mythos nachvollziehen. Für vier Tage verwandelt sich die Library180 (180 Maiden Lane, Floor 26, New York, NY 10038) in Downtown Manhattan in einen Ort, an dem sich veröffentlichte Arbeiten und ihre Vorstufen begegnen.
Im Zentrum stehen originale publizierte Werke aus Tom of Finlands legendärer „Kake“-Serie, frühe Drucksammlungen, Collagen und Vorzeichnungen. Tom of Finlands Zeichnungen sind längst mehr als erotische Männer- , Sex- und Machobilder. Ihre muskulösen Körper, die überzeichneten Uniformen, Lederjacken und selbstbewussten Posen sind zu einer Bildsprache geworden, die weit über den ursprünglichen Kontext hinausweist. Sie erzählen von Begehren und Selbstinszenierung, aber ebenso von Sichtbarkeit: von der Möglichkeit, einen queeren Körper nicht als Randerscheinung, sondern als selbstverständliches Zentrum eines Bildes zu denken.
„HARD BOUND“ interessiert sich dabei nicht nur für das fertige Werk. Die Ausstellung öffnet vielmehr den Blick auf den Weg dorthin. Vorzeichnung und Druck, Collage und Publikation, Original und Reproduktion stehen nebeneinander und machen sichtbar, dass kulturelle Ikonen nicht in einem einzigen schöpferischen Augenblick entstehen. Sie werden gezeichnet, verändert, vervielfältigt, verbreitet – und schließlich von Generationen neu gelesen. Die Vernissage am Sonntag, den 20. September, erweitert diesen Gedanken um eine wissenschaftliche Perspektive. In einer von Experten geleiteten Podiumsdiskussion sprechen Kirin Wachter-Grene, Andy Campbell und der Kulturkritiker Michael Bullock über Tom of Finlands Einfluss auf die queere visuelle Kultur und über die größere Geschichte erotischer Medien und kreativen Ausdrucks innerhalb der LGBTIQ*-Community.
Und die berührt eine Frage, die über das einzelne Werk hinausgeht: Was geschieht, wenn private Fantasie öffentliches Bild wird? Und wie verändert die massenhafte Reproduktion eines Bildes dessen Bedeutung? Damit setzte sich auch Andy Warhol auseinander. Bei Tom of Finland (1920 – 1991) ist diese Frage besonders produktiv. Seine Zeichnungen bewegten sich zwischen persönlicher Imagination, subkultureller Publikation und einer zunehmend globalen Bildökonomie. Was einst als spezifische Form queerer Erotik erschien, konnte so zum visuellen Vokabular einer ganzen Kultur werden.
Nach der Vernissage kann „HARD BOUND“ bis einschließlich Donnerstag, den 24. September, nach vorheriger Terminvereinbarung besichtigt werden. www.tomoffinland.org/hard-bound
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