Foto: M. Rädel
Hamburg
Das Café Gnosa besteht bereits seit etwa 1900. Nachdem Elli und Gerhard Gnosa es 1939 übernommen hatten, erhielt es seinen heutigen Namen. Seit den 1980er-Jahren entwickelte sich das traditionsreiche Café zu einer festen Institution der queeren Szene im Hamburger Stadtteil St. Georg.
Ähnlich wie beim „Kiez-Nachbarn“ Café Uhrlaub passt es nicht allen Menschen, dass queeres Leben so sichtbar gelebt wird. Doch das Café Gnosa in Hamburg lässt sich nicht einschüchtern. Gerade veröffentlichte das Café in der Lange Reihe 93 auf Social Media ein bewegendes Statement, aus dem wir hier zitieren.
„Der CSD in Hamburg ist zu Ende gegangen – friedlich, mutig, bunt und voller Lebensfreude. Doch wenn die Musik verstummt, beginnt die eigentliche Herausforderung. In den vergangenen Tagen haben uns zahlreiche Nachrichten zu unserer Regenbogenflagge erreicht. Viele Menschen haben uns ihre Unterstützung ausgesprochen und uns Mut gemacht. Andere haben Kritik geäußert oder angekündigt, unser Café künftig zu boykottieren. Wir haben jede einzelne Nachricht gelesen und respektieren unterschiedliche Meinungen. Was wir jedoch niemals akzeptieren werden, sind Hass, Beleidigungen und persönliche Angriffe. Seit fast 90 Jahren ist das Café Gnosa ein Teil Hamburgs und seit Jahrzehnten eine Institution der LGBTQ*-Community. Über all die Jahre hinweg haben wir Generationen von Gästen willkommen geheißen und den Wandel unserer Stadt und unseres Landes miterlebt. Gerade deshalb wissen wir: Demokratie, Freiheit und Offenheit sind keine Selbstverständlichkeit. Sie wurden von vielen Menschen über Jahrzehnte hinweg erkämpft und müssen jeden Tag aufs Neue gelebt und verteidigt werden. Diese Werte sind Teil unserer Geschichte – und sie werden auch in Zukunft Teil unserer Identität bleiben“, so das Team der legendären Location. „Die Regenbogenflagge ist kein parteipolitisches Symbol. Sie steht für Menschlichkeit, Respekt und die Überzeugung, dass alle Menschen die gleiche Würde besitzen. Seit mehr als 25 Jahren weht sie am Café Gnosa - und sie wird auch künftig dort ihren Platz haben. Nicht, um irgendjemanden auszuschließen, sondern um deutlich zu zeigen, wofür wir stehen.“ Danke für dieses klare Statement, liebes Café-Gnosa-Team. Macht weiter so!
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