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Die englische Anti-Diskriminierungs-Organisation „Kick It Out“ hat in Zusammenarbeit mit der Initiative „Football v Homophobia“ neue Daten zur Diskriminierung im britischen Fußball veröffentlicht. Die aktuellen Erhebungen belegen eine signifikante Zunahme von queerfeindlichen Vorfällen im Profi- und Amateursport sowie in den sozialen Netzwerken.
Die zentralen Daten der Erhebung
Insgesamt verzeichnete die Organisation in der vergangenen Saison einen Anstieg aller gemeldeten Diskriminierungsfälle im Fußball um 25 Prozent auf insgesamt 1.744 Fälle. Im Bereich der Queerfeindlichkeit zeigen die Daten dabei besonders deutliche Entwicklungen. So wurden 203 konkrete homophobe Vorfälle gemeldet, was einem Anstieg um 46 Prozent im Vergleich zur Vorsaison entspricht. Die Meldungen zu transfeindlichen Vorfällen haben sich im selben Zeitraum sogar um 100 Prozent verdoppelt. Ein besonders alarmierender Trend zeigt sich im Nachwuchsbereich, wo die Statistik den stärksten Zuwachs verzeichnet und die gemeldeten Fälle von Homophobie um 90 Prozent stiegen. Gleichzeitig nahmen die Berichte über diskriminierende Massengesänge auf den Rängen, was homophobe und transfeindliche Chöre einschließt, um 41 Prozent zu.
Ursachen für den statistischen Anstieg
Die Organisationen nennen in ihrer Veröffentlichung primär zwei Faktoren für diese Entwicklung. Zum einen werten die Verantwortlichen die Zahlen als Spiegelbild gesamtgesellschaftlicher Tendenzen. Lou Englefield, Direktorin von „Football v Homophobia“, konstatiert, dass sich eine zunehmend polarisierende politische Rhetorik aus der Gesellschaft direkt in den Fußballstadien und auf dem Platz widerspiegele. Zum anderen korreliert der Anstieg der Fallzahlen laut Samuel Okafor, dem CEO von „Kick It Out“, auch mit einem abnehmenden Tabu. Spieler, Fans und Schiedsrichter seien heute eher bereit, Diskriminierungen offiziell zu dokumentieren und zu melden, anstatt diese unkommentiert hinzunehmen. Dies führt statistisch zu einer Reduzierung der Dunkelziffer.
Forderungen an Verbände und Politik
Aus den vorliegenden Ergebnissen leiten die beteiligten Organisationen konkrete Handlungsaufforderungen ab. Sie fordern von den Fußballverbänden deutlich konsequentere Sanktionen, da das gestiegene Vertrauen in die Meldestellen durch strengere und transparentere Strafen für Täter gestützt werden müsse. Insbesondere aufgrund der hohen Fallzahlen im Jugendbereich wird zudem ein Ausbau der präventiven Bildungsarbeit an der Basis gefordert. Temporäre Kampagnen, wie etwa das Tragen von Regenbogenbinden, bewerten die Initiatoren als unzureichende Symbolpolitik, die nicht ausreicht, um queere Personen im Sportalltag nachhaltig zu schützen.
*Quellen: „Kick It Out“ / Football v Homophobia“