Fotos: sergej, M. Rädel
Die Künstler*innen des Abends sind unter anderem The Baseballs, Ivanka T., Ades Zabel, Sven Ratzke und Marc Rudolf.
„Künstler gegen Aids“ erfreut am 2. November wieder im Theater des Westens. Wenn sich der Vorhang für die Benefizveranstaltung hebt, treffen Kunst und Engagement aufeinander – in einem prächtigen Haus, das wie geschaffen ist für große Auftritte, bewegende Queerness und beste Kultur.
Diese queere Gala unterstützt die Arbeit der Berliner Aids-Hilfe e. V. und lenkt den Blick auf Menschen, deren Lebenswirklichkeiten noch immer von Vorurteilen, Ausgrenzung und gesellschaftlichen Missverständnissen geprägt sein können. Dabei liegt die besondere Kraft eines solchen Abends gerade in der Verbindung von Leichtigkeit und Ernst. Kunst kann verführen, berühren, zum Lachen bringen – und zugleich Fragen stellen, die sich nicht mit dem letzten Applaus erledigen. Wo Künstler*innen ihre Bekanntheit in den Dienst einer guten Sache stellen, wird die Bühne zu einem öffentlichen Raum der Solidarität. Sie erinnert daran, dass gesellschaftliche Verantwortung nicht zwangsläufig im Ton der Mahnung sprechen muss. Manchmal beginnt sie mit einer Melodie, einer Geste, einem gemeinsamen Blick. Das feiern wir!
Die Geschichte des Engagements gegen HIV und Aids ist auch eine Geschichte des Erinnerns. An Menschen, die an den Folgen der Erkrankung gestorben sind. An Jahrzehnte, in denen Unwissenheit und Angst ganze Lebenswelten überschatteten. Und an jene, die sich gegen das Schweigen stellten, als Offenheit noch Mut erforderte. Vieles hat sich seither verändert: Medizinische Fortschritte haben die Behandlung von HIV grundlegend verbessert. Doch medizinischer Fortschritt allein beseitigt weder Diskriminierung noch soziale Unsicherheit. Aufklärung, Prävention und die Unterstützung Betroffener bleiben unverzichtbar. Eine Benefizgala kann diese Arbeit nicht ersetzen. Sie kann ihr jedoch Aufmerksamkeit verschaffen, Mittel mobilisieren und Menschen zusammenbringen, die sonst womöglich aneinander vorbeigehen würden. Ihr Wert bemisst sich deshalb nicht allein an der Prominenz auf dem roten Teppich oder an der Eleganz der Abendgarderobe, sondern auch an dem, was nach dem letzten Vorhang bleibt. kuenstlergegenaids.de
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