Foto: Michael Krawczyk
Tiergarten, Berlin, Regenbogenbank
Nachdem in der vergangenen Woche die Regenbogenbank im Tiergarten, die an den queerfeindlichen Anschlag erinnern sollte, zerstört wurde, ist am Wochenende nun auch der Baum beschädigt worden, der an der Anschlagsstelle gepflanzt worden war.
Eine Polizeistreife habe den beschädigten Baum Samstagnacht gegen 1:30 Uhr entdeckt. Nach Angaben der Polizei wurde auch das Schutzgitter aus dem Boden gerissen. Weitere Gegenstände in der Umgebung seien beschädigt oder teilweise zerstört worden. Die Polizei ermittelt wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung, wie die Kolleg*innen vom Tagesspiegel berichten.
Der Berliner Grünen-Fraktionschef Werner Graf zeigte sich erschüttert und kündigte an, dass die queere Community den Kampf für Freiheit und Solidarität fortsetzen werde. „Wir pflanzen diesen Baum wieder. So oft, wie es nötig ist“, sagte Graf.
Auch der Queerbeauftragte des Landes Berlin, Alfonso Pantisano, zeigt sich schockiert und postete dazu in den sozialen Medien: „Ich bin einfach nur noch fassungslos. Und richtig, richtig wütend. Was an diesem Gedenkort gerade passiert, ist nicht hinnehmbar. Es verletzt Menschen immer und immer wieder – und es muss jetzt Konsequenzen haben. Deshalb fordere ich die Berliner Innensenatorin und die Polizeipräsidentin auf: Schützen Sie diesen Ort! Sorgen Sie dafür, dass diese Taten konsequent aufgeklärt und die Verantwortlichen ermittelt werden – so schwer es auch sein mag. Wir dürfen jetzt nicht mit Achselzucken auf diese Taten reagieren, weil sie mitten im Park, vermutlich nachts, geschehen sind! Und wir dürfen nicht darauf warten, was als Nächstes passiert. Dieser Ort braucht Schutz. Jetzt!!!“
Es ist zutiefst erschütternd und beschämend, dass der Hass gegen die LGBTIQ*-Community immer offener und aggressiver wird. Niemand sollte sich dafür rechtfertigen müssen, wen er liebt oder wer er ist. Umso erschreckender ist es, wenn extremistische Parteien und Gemeinden Intoleranz, Ausgrenzung und Ablehnung schüren, anstatt für Respekt, Vielfalt und ein friedliches Miteinander einzustehen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Hass und Menschenfeindlichkeit wieder gesellschaftsfähig werden.