Foto: GM Films
„Stonewall“ aus dem Jahr 1995 läuft beim Festival als originale 35mm-Kopie.
Vom 29. Oktober bis 8. November präsentiert das Filmfest Weiterstadt wieder eine sorgfältig kuratierte Auswahl queerer Filme – von aktuellen Streifen über Kurzfilmprogramme bis zu Klassikern ist alles dabei.
Das Jubiläumsprogramm startet am 29. Oktober mit Sekt und viel Vergnügen im Kommunalen Kino. Zur Feier des Tages gibt vor dem Eröffnungsfilm „She’s the He“ eine Show von Darmstadts Queen Koko von der Line.
Der Eröffnungsfilm „She’s the He“ ist eine amerikanische Highschool-Komödie: Um den Gerüchten um ihre Homosexualität ein Ende zu setzen, geben sich die Freunde Ethan und Alex als Transfrauen aus. Zugegeben ein verzweifelt-absurder Versuch, aber als Ethan merkt, dass der Spaß für ihn mehr als eine Maskerade ist, müssen die beiden sich nicht nur mit Ethans Trans-Coming-out, sondern auch mit dem Erwachsenwerden auseinandersetzen.
She’s the He
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Weitere Tipps:
Das lesbische Drama „Mit leiser Stimme“ spielt in Tunesien. Zur Trauerfeier ihres Onkels kehrt Lilia in ihr Heimatland zurück. Lilias Lebensgefährtin Alice ist dabei, muss aber vor der Familie geheim gehalten werden – denn niemand weiß von Lilias Homosexualität. Lilia erfährt, dass ihr Onkel unter mysteriösen Umständen gestorben ist; sie möchte mehr erfahren und taucht dabei immer weiter in die geheime queere Subkultur Tunesiens ein (5.11., 19:30 Uhr).
Mit leiser Stimme
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Zwei Termine gibt es für die beliebten Kurzfilmprogramme: am 30. Oktober ab 19:30 Uhr und am 8. November als Brunch ab 9:30 Uhr.
Zwei Filme haben einen historischen Hintergrund: Der Spielfilm „Io non sono nessuno“ (I’m not a nobody)erzählt die wahre Geschichte der italienischen Mathematik-Professorin Mariasilva Spolato, die 1972 wegen einer Teilnahme an einer Homosexuellendemo ihren Job verlor, von ihrer Familie verstoßen wurde und 40 Jahre als Obdachlose lebte; sie war eine der ersten öffentlich geouteten Lesben und LSBTIQ*-Aktivistin Italiens (1.11., 19:30 Uhr).
Io non sono nussuno
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Der zweite historische Film ist Nigel Finchs „Stonewall“-Verfilmung aus dem Jahr 1995, der die Stonewall-Riots in eine queere Coming-out-Story verpackt. Der Film wird auf 35mm-Format gezeigt – „Die Filmkopie ist über 30 Jahre alt und scheint noch zu laufen“ erklärt Philipp vom Filmfest-Team (6.11., 19:30 Uhr).
Stonewall
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Zwei Dokus befassen sich mit Ballroom-Communities: In „Kiki“ portraitiert Regisseurin Sara Jordenö sieben Mitglieder heutiger New-Yorker-Communities, die zum Teil in prekären Verhältnissen leben – 25 Jahre nachdem Madonnas „Vogue“ und die Doku „Paris is burning“ die Szene in den Mainstream katapultierte (7.11., 17 Uhr).
Kiki
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„The Beauty of Ballroom“ portraitiert die aktuelle Szene südasiatischer Ballroom-Communitys – und beweist, dass „Ballroom“ heute zu einem weltweiten Phänomen mit länderübergreifenden Netzwerken gewachsen ist (8.11., 19:30 Uhr).
The Beauty of Ballroom
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Ein besonderes Highlight ist Kai Stänickes erster Langfilm „Der Heimatlose“. Der Regisseur inszeniert sein Dorf-Drama um den Insel-Heimkehrer Hein, den plötzlich niemand mehr erkennen – oder nicht mehr erkennen möchte – in einem surreal-theatralischen Setting aus Hütten, Dünen und Meer, was den Albtraum des Protagonisten noch weiter zuspitzt. Der Film wurde sowohl mit einem Teddy Award als auch mit dem QueerScope-Debütfilmpreis ausgezeichnet (8.11., 17 Uhr).
Foto: DCM / Florian Mag
Das 30. Queer Filmfest ist gleichzeitig das erste ohne dessen legendären Gründer Jochen, der im Januar dieses Jahres nach langer Krankheit starb. „Er war ein vollendeter Projektionist der die Magie des Films auf die Leinwand bannen konnte“, sagt das Team über Jochen. „Wir kämpfen weiter gegen Widerstände und für die Sache“.
29.10. – 8.11., Queer Filmfest Weiterstadt, Festivalzentrum Kommunales Kino, Carl-Ulrich-Str. 9, Weiterstadt, alle Infos über queer-weiterstadt.de