KitKatClub, Raven
Wer hier nicht alles durch die Nächte gezogen ist: Maria Psycho, Robert Royal, Tim Lienhard, Allucard oder DJs wie Maringo. Seit den frühen 1990er-Jahren ist der KitKatClub weit mehr als ein Nachtklub – er ist Projektionsfläche, Labor und Mythos zugleich.
Zwischen Techno, House und radikaler Selbstentfaltung hat er den Ruf Berlins als Hauptstadt der exzessiven Freiheit entscheidend mitgeprägt. Nun widmet sich ihm ein Kinodokumentarfilm. Mit „KITKATCLUB – KINKS OF BERLIN“ öffnet der österreichische Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Philipp Fussenegger die Türen zu einer Welt, die sich dem flüchtigen Blick gewöhnlich entzieht. Seine Kamera begleitet Menschen, deren Berliner Nächte von Sehnsucht, Lust, Verletzlichkeit und Selbstfindung erzählen.
Da ist zum Beispiel Tim, der als Drag-Künstler Raven.Van.Krueger seinen Platz auf der Bühne sucht. Elisa erkundet gemeinsam mit Freunden neue Facetten ihrer Sexualität. Ein BDSM-Paar zelebriert Liebe im öffentlichen Raum, ein Dog-Play-Duo bewegt sich zwischen Geborgenheit und Grenzerfahrung. David kämpft sich Schritt für Schritt aus der Sucht zurück ins Leben. Und Klubgründer Simon wirkt wie ein Überbleibsel einer anderen Epoche – ein stiller Zeuge jener Generation, die den legendären KitKatClub einst zu dem machte, was er heute ist.
Der 100 Minuten lange Film beobachtet Performances ebenso aufmerksam wie (heterosexuelle) Fetisch-Pornodrehs, Gespräche über Drogen und familiäre Momente. So entsteht kein sensationsheischendes Porträt der Berliner Fetisch- und Technoszene, sondern eine poetische Annäherung an Menschen, die nach Freiheit, Nähe und Identität suchen. „KITKATCLUB – KINKS OF BERLIN“ erzählt vom Mut, Scham zu verlernen, und von der Hoffnung, in einer Gemeinschaft angenommen zu werden – ungeschönt, auch mal kritisch, respektvoll und mit großer cineastischer Sinnlichkeit. Der Filmstart ist am 10. September.
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