Illustration: KI erstellt / CC0 / Magnific
Endlich wieder CSD! Endlich wieder Pride! Jedes Jahr im Sommer gedenken die queere Community und ihre Freund*innen mit CSD-Paraden und Straßenfesten (fast) weltweit der Aufstände und Demonstrationen in der Christopher Street im Juni 1969 in New York.
Nachdem sich damals mutige Queers in der Szene-Bar Stonewall Inn tagelang aus Protest gegen andauernde Polizeirazzien verschanzt hatten, ging alles los, was wir heute feiern. Der Juni gilt auch deswegen als Pride Month (in Berlin: 25.6. – 25.7., Opening-Event am 25. Juni ab 18 Uhr im LARK (Holzmarktstraße 15 - 18)). Und da der CSD in Berlin Ende Juli stattfindet, haben wir noch viele Wochen mehr, die queeres Leben stärken wollen und für wichtige LGBTIQ*-Sichtbarkeit sorgen sollen!
Die (auch oft sehr fröhliche) Erinnerung an jene Tage ist weit mehr als ein historischer Verweis im queeren Kalender. Sie ist ein Echo von Wut, Mut und Solidarität, das bis heute nachhallt – in den bunten Paraden ebenso wie in den leisen Momenten des queeren Zusammenhalts. Zwischen Regenbogenfahnen, politischen Forderungen und ausgelassener Feststimmung lebt die Geschichte einer Bewegung fort, die sich das Recht auf Sichtbarkeit, Selbstbestimmung und Liebe nicht schenken ließ, sondern erkämpfte. In Zeiten, in denen es wieder gefährlicher wird, sichtbar schwul zu leben – und das nicht nur tagsüber in Neukölln oder nachts in Schöneberg – auch ein Gedanke, der Mut macht: Wir haben Unterdrückung und Gewalt seitens der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft schon einmal überwunden, wir werden es wieder tun.
Ein CSD verbindet Protest und Lebensfreude auf eine Weise, die selten geworden ist. Er erinnert daran, dass Freiheit kein abstrakter Begriff ist, sondern etwas zutiefst Persönliches – das Recht, man selbst zu sein, ohne Angst, ohne Scham und ohne Versteckspiel. Und so wird aus dem Gedenken an die Christopher Street Jahr für Jahr ein Fest der Gegenwart: laut, bunt, widersprüchlich und herzlich, getragen von der Hoffnung, dass die Welt für kommende Generationen trotz rechter Parteien, die keine Regenbogenflaggen wehen sehen wollen, ein wenig offener sein möge als für jene, die einst die Türen des Stonewall Inn hinter sich verriegelten. Happy Pride!
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