Foto: Douglas Wolfsperger Filmproduktion
Als intersexuelle Person hat Melina lange mit Zuschreibungen, medizinischen Eingriffen und gesellschaftlichen Erwartungen gerungen. Jetzt ist sie endlich glücklich.
Mit „Denn dieses Leben lebst nur du!“ gelingt dem Regisseur Douglas Wolfsperger ein einfühlsames Porträt von vier queeren Menschen, die in einer ländlichen Region am Bodensee den Mut gefunden haben, ihr Leben neu zu definieren.
In einer Umgebung, in der „jeder jeden kennt“ und Abweichungen vom Gewohnten besonders sichtbar sind, erzählen Gabriel, Elisabeth, Melina und Dunja von ihrem Weg zu sich selbst – und von den Widerständen, denen sie begegnen. Der Mitte April in den Kinos anlaufende Film verzichtet auf laute Szenen oder plakative Dramatisierung. Stattdessen setzt Douglas Wolfsperger auf Nähe, Geduld und genaues Zuhören. Die Kamera bleibt aufmerksam, aber respektvoll; sie beobachtet, ohne auszustellen. Dadurch entsteht eine große Authentizität, die den Protagonist*innen Raum gibt, ihre Erfahrungen von Scheu, Unverständnis und Ablehnung ebenso zu schildern wie überraschende Momente von Neugier, Solidarität und echter Offenheit.
Foto: Douglas Wolfsperger Filmproduktion
Im Fitnessstudio: Gabriel. Jahrelang litt er an Depressionen, dachte gar, seine Identität sei eine „Macke“.
Besonders berührend ist, dass einige der Porträtierten ihr Coming-out oder ihre Transition erst im fortgeschrittenen Alter vollzogen haben. Der Film zeigt, wie tief verwurzelt Angst und Anpassung in konservativen Strukturen sein können – und wie befreiend es zugleich ist, endlich im Einklang mit sich selbst zu leben. Dabei bewahrt sich die Dokumentation einen feinen Humor, der nie auf Kosten der Beteiligten geht, sondern ihre Stärke und Lebensfreude unterstreicht.
„Denn dieses Leben lebst nur du!“ ist mehr als ein Film über Trans*-Identität auf dem Land. Er ist eine stille, aber kraftvolle Erinnerung daran, dass Selbstbestimmung kein urbanes Privileg ist. Wolfsperger gelingt ein sensibles Zeitdokument über Mut, Würde und die Suche nach Glück – gerade dort, wo die gesellschaftlichen Spielräume enger scheinen als anderswo. Der Kinostart ist am 16. April. douglas-wolfsperger.de/denn-dieses-leben-lebst-nur-du
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